Es gibt viele Arten, seinem System mehr Speicherkapazität für Daten zu spendieren. Aber die meisten haben Schwachstellen die dafür sorgen, dass diese nicht für jeden Einsatzzweck geeignet sind.
Festplatten in ein System nachträglich einzubauen ist sicherlich ein populärer und guter Ansatz. Doch bei Serversystemen ist bisweilen kein Platz zum Nachrüsten vorhanden. Oder das System ist nicht hotplugfähig und der Server muss zum erweitern heruntergefahren werden, was Zusatzkosten verursacht.
Klassischer Netzwerkstorage wie er zum Beispiel mit NFS oder SMB/CIFS Servern implementiert werden kann fällt dagegen aus, wenn auf dem zu erweiternden System Programme ausgeführt werden, die Ihre Daten nur auf lokalen Festplatten speichern wollen. Je nach Netzwerkstruktur fallen solche Lösungen auch aus Sicherheitsaspekten aus, da eine Verschlüsselung entweder gar nicht oder nur mangelhaft umgesetzt werden kann.
Die Lösung für all diese Probleme heisst iSCSI. Auch wenn die Namensgebung vermuten lässt, dass es sich hierbei um die Erfindung eines namhaften Herstellers von Computern und Mobiltelefonen aus Cupertino handelt, ist iSCSI ein de facto Industriestandard, der auf dem RFC 3720 aus dem Jahr 2004 begründet ist.
iSCSI ist ähnlich wie NFS oder CIFS/Samba ein Storage der via Netzwerk an ein Computersystem angebunden wird. Allerdings verhält sich ein über dieses Protokoll eingebundener Speicher für das System wie eine lokale Festplatte. Das heisst, man kann den Storage partitionieren und formatieren wie eine lokale Festplatte.
Darüber hinaus kann die Verbindung via IPSec verschlüsselt werden. Eine Benutzerauthentifizierung kann unabhängig davon realisiert werden. Auf diese Art ist iSCSI auch geeignet um eine Festplatte über das Internet verfügbar zu machen.
Dies macht dieses Protokoll ungemein interessant für diverse Anwendungen. So wäre denkbar, dass man von unterwegs Backups der Daten vom eigenen Laptop auf die zuhause stehende Festplatte macht. (Eine Verwendung mit Produkten wie Timemachine oder Acronis ist zum Beispiel problemlos.)
Server lassen sich ohne Downtime und ungeachtet physikalischer Beschränkungen um weiteren Festplattenplatz erweitern.
Besonders interessant ist aber die Verwendung einer iSCSI Lösung für eine Servervirtualisierung via ESXi oder anderen Produkten. Denn neben der Tatsache, dass man einen iSCSI Server als Storage zum Speichern der virtuellen Maschinen nutzen kann, kann man die virtuellen Maschinen selber auch mittels iSCSI um Speicherplatz erweitern. Dies gestaltet sich nicht zuletzt auch deshalb einfach, da es für alle gängigen Betriebssysteme iSCSI-Implementierungen gibt.



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